Hein Haustechnik   
  Bad - Heizung - Elektro - Flaschnerei

Die Geschichte der Firma Hein

von den Anfängen um 1885 bis heute

 

Beginnen müssen wir die Chronik der Firma Hein Haustechnik bereits Ende des 19. Jahrhunderts.

Um diese Zeit arbeitete Georg Johann Hein als Schlosser im Eisenwerk in Martinlamitz und betätigte sich nebenbei als Erfinder und Konstrukteur.

Dazu betrieb er in Hausnummer 49b (jetzt Förbauer Strasse 1) in Schwarzenbach eine kleine Werkstatt.

 

Sein Sohn Martin Erhard Wilhelm wurde am 3. April 1866 geboren und erlernte in der Firma Lukas im Hühnergässchen Hausnummer 5 das Flaschner- und Installateurhandwerk.

Danach ging er auf Wanderschaft und kam dabei unter anderem nach München zum damaligen Hofspenglermeister Flemmerer, wo er auch seine Frau kennenlernte, die dort als Dienstmädchen angestellt war.

 

In der Zeit bei der Firma Flemmerer führte er unter anderem viele Arbeiten in der Residence in München, im Schloß Neuschwanstein und in Schloß Linderhof durch.

Nachdem er nach Schwarzenbach zurückkehrte, eröffnete er eine Werkstatt im Erdgeschoß des elterlichen Hauses, damals Hausnummer 49b, heute Förbauer Strasse 1 in Schwarzenbach an der Saale, wo er vor allem Schmelzpfannen für die ansässige Porzellanindustrie anfertigte.

Später zog Martin Hein wegen Platzmangel mit seiner Werkstatt um, in die Räumlichkeiten seiner Lehrfirma, in das Anwesen Hühnergässchen 5 in Schwarzenbach.

Martin Erhard Wilhelm Hein verstarb 1942 und hinterlies seinem jüngsten Sohn Friedrich Hein den Betrieb im Hühnergässchen

der in im Sinne seines Vaters weiterführte.

 

Karl Hans Martin Hein, der Vater des heutigen Betriebsinhabers, erlernte bei seinem Onkel (Friedrich Hein) nach dem Krieg von 1945 bis 1948 den Beruf des Installateurs und Flaschners.

 

1948 eröffnete Karl Hans Martin Hein zusammen mit seinem Vater, der in den Vorkriegsjahren in Schwarzenbach Schlachthofverwalter war und diesen Beruf nach seiner Kriegsgefangenschaft in Frankreich Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr ausführen konnte, eine 20 qm große Werkstatt in der Friedrichstrasse in Schwarzenbach.

1950 ließ Karl Hans Martin Hein sich von seinem Vater "großmündig" schreiben, um den Betrieb selbstständig führen zu können.

Da es damals kein Material gab, aber fast eineinhalb tausend Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und Oberschlesien, die innerhalb kurzer Zeit eine neue Bleibe in Schwarzenbach suchten und auch fanden, aber über keinerlei Hausrat verfügten, war das Gebot der Stunde, wichtige Haushaltsgegenstände wie Milchflaschen, Töpfe und andere Gebrauchsgegenstände aus dem ausgedienten Weissblechbehältern, die von der amerikanischen Besatzungsmacht zurückgelassen waren, herzustellen.

So erlernte Karl Hein durch diese Umstände aus reiner Notwendigkeit dieser Zeit das Arbeiten mit Blech, wie es vor der Industrialisierung im 19. Jahrhundert für diesen Handwerksberuf üblich war und aus der Zeit auch der Begriff des "Flaschners oder Spenglers" kommt.

 

Manchmal wurde der Beruf als Flaschner zum regelrechten Töpfeflicker herabgewürdigt, weil eine ganze Ecke der Werkstatt mit Töpfen und Pfannen zugeschlichtet war, die auf Reparatur warteten.

Manche Arbeiten mussten wegen Platzmangel, auch bei schlechtem Wetter, unter freiem Himmel ausgeführt werden.

Gefertigt wurden auch kleine Kocher aus Schwarzblechabfällen für die vielen Heimatvertriebenen, ein Modell befindet sich noch in unserer Museumswerkstatt in der Münchberger Strasse 17 in Schwarzenbach.

 

Außerdem wurden Dachrinnen aus Schwarzblech gefertigt, weil andere besser geeignete Materialien nicht aufzutreiben waren, es sei denn, die Kundschaft lieferte das Material oder hatte Lebensmittel, die gegen besseres Material eingetauscht werden konnten.

Alles musste damals von Hand gefertigt werden, weil es auch keine neuen Maschinen gab, aber man besann sich auf manches lange vergessene wieder, was sich später oftmals gut in der Praxis weiter ausbauen lies.

Es wurde also weiter gearbeitet, denn eine neue, größere Bleibe in Form einer etwas größeren Werkstatt in der Zeppelinstrasse war das Ziel des Firmeninhabers. Diese Werkstatt wurde in Eigenleistung auf einem Pachtgelände der Stadt Schwarzenbach, etwa an Stelle des heutigen Bauhofes, errichtet.

Im Jahr 1953 legte Karl Hans Martin Hein dann die Meisterprüfung als einer der jüngsten Kandidaten ab, lernte seine Frau Irmgard kennen und heiratete im Herbst des gleichen Jahres.

Da das damalige Betriebsgelände und auch der Zufahrtsweg bei Schlechtwetter, vor allem im Winter fast unpassierbar waren, was auch machen Kunden nicht zuzumuten war, Telefon gab es ja damals kaum, trachtete man insgeheim schon bald nach einer besseren Lösung.

Und die Lösung erfolgte auch sieben Jahre später und zwar 1960 in Form eines Wohn- und Geschäftshauses in der Münchberger Strasse 17, dass zu früherer Zeit (um 1900) eine Bierwirtschaft beherbergte,  ab ca. 1925 Cafe Ostmark  und später ab Ende des 2. Weltkrieges Cafe König hieß.

 

Aber auch die dort in der ehemaligen Gaststube eingerichtete Werkstatt im Erdgeschoß erwies sich nach einigen Jahren als zu klein für die steigenden Bedürfnisse. Es wurde schon die Überlegung laut, ob es nicht besser sei, auf der grünen Wiese eine Werkstatt zu errichten, denn Baugelände gab es damals in Schwarzenbach an der Saale genug.

Da man sich aber in diesem Haus wohnlich eingerichtet hatte und man nun einmal im Stadtzentrum von Schwarzenbach das Domizil aufgeschlagen hatte, wollte Karl Hein als gebürtiger Schwarzenbacher lieber im Altstadtbereich bleiben. Was heuzutage durch die Motorisierung eigentlich nicht mehr erforderlich ist und von so manchen als unmodern angesehen wird, aber auf der anderen Seite einer Zersiedelung der Stadt Schwarzenbach Tür und Tor dazu geöffnet hat.

Einige Jahre später, zwischenzeitlich hatte sich der Betrieb auf über zehn Mitarbeiter vergrößert, kam erneut der Zufall zu Gute, dass ein Wohnhaus mit Nebengebäude, wegen Ableben des Besitzers gleich nebenan in der Münchberger Strasse 11 und 13 zu verkaufen war.

Auf dem Lageplan interessant war damals nicht die Innenstadtlage der beiden alten Häuser, sondern vielmehr die Größe des Grundstücks für den Bau einer wesentlich größeren Werkstatt mit entsprechender Lagermöglichkeit und Büro.

Nach gründlicher Planung wurde diese Baumaßnahme in den Jahren 1966 bis 1967, nach Abriss der zwei alten Wohnhäuser, die auf dem Grundstück standen, auch durchgeführt.

Dazu kam noch, das in diesem Zeitraum die Firma Junkers aus Wernau, (vormals in Dessau ansässig) anfragte, deren Kundendienst vertragsgemäß zu übernehmen, was zur damaligen Zeit der Firma in der Region Münchberg, Hof, Rehau und Selb noch den Bekanntheitsgrad steigerte und zusätzliche Aufträge einbrachte.

Aber durch diese Ausweitung war es auch erforderlich ein entsprechendes Kommunikationskonzept in Form einer Funksprechverbindung mit den Kundendienstfahrzeugen herzustellen. Was zwar den eigenartigen Namen beweglicher Landfunk hatte, aber oft aus der Klemme half, wenn mehrere Anfragen wegen Kundendienst außerhalb Schwarzenbachs zu bearbeiten waren.

Heute ist das Handy hierfür der gebräuchliche Helfer geworden, weil die Erreichbarkeit eine bessere ist,

Karl Hein brachte es jedenfalls damals den Spitznamen von manchen Kollegen "Der Frequenzflaschner" genannt zu werden.

Doch Zeit war auch schon vor 40 Jahren Geld, weil die Stundenlöhne langsam aber sicher immer weiter stiegen und damit natürlich auch die Lohnnebenkosten, die auch heute noch den größten Unkostenfaktor darstellen.

 

Erschwerend dazu kam noch, das sich sie Materialpreise manchmal zweimal im Jahr erhöhten.

Wieder ein paar Jahre später, die Grenzen zum Osten unseres Vaterlandes waren mittlerweile friedlich gefallen, waren alle der Meinung, das durch die Wiedervereinigung, die ostoberfränkische Region in das Zentrum der Bundesrepublik auch wirtschaftlich gesehen weiter nach oben rückt.

Eine kurze Zeit war dies auch der Fall und brachte ein paar warme Regentropfen in unsere Region, weil das Handwerk im Osten einfach dem Ansturm auf die modernen Errungenschaften wie in den alten Bundesländern alleine nicht schaffen konnte.

Da alle Materialien damals sehr lange Lieferzeiten hatten, waren die räumlichen Lagerkapazität auch langsam am Ende. Daher wurde durch die Firma Hein Haustechnik die Werkstatt der Firma August Meinel in Rehau in der Waldhausstrasse gemietet. Nach 3 Jahren wurde aber diese Filiale aus logistischen Gründen wieder geschlossen und man sah sich nach der Möglichkeit einer Erweiterung in Schwarzenbach/Saale um.

Außerdem kam durch die Ablegung der Meisterprüfung im Elektrohandwerk von Karl-Michael Hein, dem Sohn von Karl und Irmgard Hein, ein weiterer Berufszweig mit dazu, der auch unbedingt Lagermöglichkeit und Arbeitsplatz benötigte.

Doch wieder kam die Hilfe in Form des Abrisses der ehemaligen nachbarlichen Schleifscheibenfabrik und der Brauerei Schübel dem ganzen zu gute und die Möglichkeit von der Stadt dieses Grundstück käuflich zu erwerben um darauf einen Anbau an die vorhandene Werkstatt zu errichten, was in den Jahren 1992-1994 erfolgte.

 

Durch diesen Anbau wurde die Kapazität an Lagerfläche um das vierfache erhöht. Die Werkstattfläche verdoppelt und die Beschäftigtenzahl stieg innerhalb kurzer Zeit um das Doppelte.

Ab diesem Zeitpunkt beschäftigte man sich auch zunehmend mit dem Vertrieb und Einbau regenerativer Energien.

Ebenso wurde der Umsatz in Sachen Flaschnerei weiter gesteigert.

Ein kleiner Handwerksbetrieb wie es die Fa. Hein Haustechnik GmbH ist, hat bisher immer wieder unter Beweis gestellt, das er immer flexibel war und auch heute noch ist. Und somit auch alle Höhen und Tiefen bis in die Gegenwart meistern konnte.

Zum 01.01.2003 wurde dann die Firma Hein Haustechnik von Karl Hans Martin Hein an seinen Sohn Karl Michael Hein übergeben und parallel die Firma Hein Haustechnik GmbH gegründet. 

Karl Hein, Ehrenobermeister der Innung Klempner-, Sanitär- und Heizungstechnik Hof zum 50.-jährigem Betriebjubiläum der Firma Hein:

 

"Ein wenig stolz bin ich nebenbei auch, das nunmehr 11 Generationen lückenlos laut unserer Familienchronik nachweisbar, väterlicherseits vom Schachtelmacher über Nagelschmied, Weber, Schlosser bis zum Flaschner, Installateur und Heizungsbauer, alle Vorfahren vom Zeitgeist getrieben wurden sich für das Handwerk einzusetzen, da es in der Vergangenheit als auch in der Zukunft immer gebraucht wurde, weiterhin gebraucht wird und nebenbei auch junge Menschen ausbildet, die im Handwerk ihre Bleibe suchen und auch finden. Denn allein in unserem Betrieb wurden in diesen Jahren über dreißig Lehrlinge mit mehr oder minder großem Erfolg ausgebildet."

 

Irmgard Hein war bis 2006 in der Firma Hein Haustechnik beschäftigt.

Sie verstarb nach längerer Krankheit

am 25. Oktober 2009 zuhause und wurde am 29. Oktober 2009

auf dem Schwarzenbacher Friedhof zur Ruhe gebettet.

Karl Hans Martin Hein schied mit Übernahme der Firma durch Karl Michael Hein

zum 31.12.2002, bzw. 1.01.2003 aus der Firma aus.

Er verstarb nach längerer Krankheit am 07.02.2011,genau einen Monat vor seinem 80. Geburtstag

und wurde am 11. Februar 2011 neben seiner Frau auf dem Schwarzenbacher Friedhof begraben.

 

Sie sind nicht tot, deren Hügel sich heb.

Was wir an Ihnen geliebt, das lebt,

es bleibt, bis uns selber das Leben zerrinnt.

Sie sind ja nicht tot, die begraben sind.

 

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,

der ist nicht tot, sondern nur fern.

Tot ist nur wer vergessen wird.

 

Gott segne ein ehrbares Handwerk

 

Dem heutigen Betriebsinhaber ist es ein an´s Herz gewachsenes Anliegen,

den Betrieb auf modernen Stand zu halten,

aber die alten Traditionen nicht zu vergessen und deshalb auch das Wissen alter Handwerkskunst

an jugendliche Auszubildende weiterzugeben.